Wir bekommen immer wieder Anfragen von Kunden, die sich ein Smartphone oder Tablet zulegen möchten, um dieses mit NavShip auszustatten und für den anstehenen Törn zu nutzen. Auf manchen Booten möchte man aber ungerne mit seinem neuen, teuren Geräte hantieren und riskieren, dass es ins Wasser fällt, einige Kunden greifen daher zu älteren Geräten auf dem Gebrauchtmarkt. Oft beginnt die Frage damit, welches System besser geeignet sei: Android oder iOS. Im weiteren Verlauf dann, welche Halterungen empfehlenswert seien und wie es mit der Sicht gegen die Sonne aussieht.

Spritzwassergeschützt sind iPhones ab Version 7. Das hier gezeigte iPhone 6 ist es leider nicht.

Zuerst einmal ist festzuhalten, dass wir selbst (noch) keine Hardware herstellen und daher keine klaren Empfehlungen geben können, welche Halterungen wie gut geeignet sind. Es wird dazu separat einen Testbericht geben.

Allgemeine Übersicht von Android, iOS und NavShip

Wir haben bereits einen ausführlichen Beitrag dazu verfasst, warum Android-Updates immer vor den iOS-Updates kommen. Aber selbstverständlich gibt es einige Unterschiede zwischen beiden Versionen, die wir hier gegenüberstellen möchten. Zuerst einmal die allgemeinen Fakten zur App-Unterstützung

AndroidiOS
Geräteanzahl52.40040
Displaygrößenüber 1005
GeräteartSmartphones
Tablets
Smartwatches (mit Wear OS)
iPhones
iPads
Durchschnittliche Auslieferungszeit
eines Updates
4 Stunden20 Stunden
Durchschnittliche Gerätekosten *208 US$651 US$
NavShip Unterstützung ab VersionAndroid 4.1iOS 9
NavShip Kaufpreis GrundversionKostenlosKostenlos
NavShip Premium Jahrespreis (DE)19,99 €19,99 €
SpritzwasserschutzNicht alleAlle ab iPhone 7
Tauchschutz
(bis 1 Meter, 30 Minuten)
Wenige, unter anderem:
Oneplus 8 Pro
Samsung Galaxy S20 Ultra Plus
Samsung Galaxy S20 Plus
Samsung Galaxy S20 Ultra Plus
iPhone XS
iPhone XS Max
iPhone 11
iPhone 11 Pro
iPhone 11 Max Pro
* Quelle: https://www.apfelpage.de/news/durchschnittlicher-verkaufspreis-fuer-smartphones-android-vs-ios/

Die wesentlichen Unterschiede sind der Kaufpreis, der bei einem Apple-Gerät durchschnittlich höher liegt als bei den meisten Androids (auch hier gibt es Unterschiede bei den einzelnen Herstellern) und bei der Anzahl der unterschiedlichen Geräte.

Während NavShip für iOS auf 5 Displaygrößen getestet werden muss, bevor es zu einem Update kommt, müssen bei Android-Geräten mehr als 100 Displaygrößen getestet werden. Dies ist recht unpraktisch und wirkt sich negativ auf die Entwicklungsgeschwindigkeit aus, daher werden nur gängige Displaygrößen getestet und die Bereiche dazwischen als funktional angenommen, wenn es bei der nächstkleineren und nächstgrößeren Displaygröße zu keinen Fehlern kommt. Daher kann es natürlich sein, dass es einige wenige Geräte gibt, auf denen NavShip nicht wie gewünscht läuft. In der Regel teilen Kunden dies dann mit und wir testen es speziell für die angeforderte Displaygröße. Das dauert aber natürlich und man ist darauf angewiesen, dass überhaupt Fehler gemeldet werden.

In Punkto Sonneneinstrahlungen können vor allem neuere iPads, aber auch einige Android-Tablets, glänzen. Eine hohe Leuchtdichte führt dazu, dass man auch bei starkem Sonnenlicht das Display erkennen kann. Im Beitrag von Computer Bild erfahrt ihr mehr darüber.

Android hat den Vorteil, dass auch Smartwatches mit Googles Wear OS unterstützt werden (aktuell aber nicht die Samsung-Watches mit Tizen). Die Unterstützung für die Apple Watch ist noch geplant.

Welche Features unterscheiden die Versionen?

Viel in der Grundausstattung, z.B. die Fluss- und Routenführung ist auf beiden Plattformen identisch. Zur besseren Übersicht nehmen wir auch noch die komplett kostenlose Webversion boatrouting.com mit dazu.

AndroidiOSWebversion
RoutenplanungKostenlos bis 40 kmKostenlos bis 40 kmKostenlos
Tracks aufzeichenKostenlos bis 8kmKostenlosNicht unterstützt
StandortanzeigeJaJaJa
Live-RoutingJaJaNein
Routen speichern und ladenJaJaJa
Offline nutzbarJaJaNein
Kompass- und KursanzeigeJaJaNein
PegelständeJaNeinNein
Tankstellenanzeige
und Preise
JaNeinNein
Nachrichten für die
Binnenschifffahrt (NfB)
JaJaJa
Warnungen zu SperrenJaJaJa
FahrgebietsanzeigeJaJaNein
HafeninformationenJaNeinNein
Schleusenanzeige und
Rufnummern / Funkkanal
JaJaNein
Brückeninformatonen und DurchfahrtshöhenJaJaJa
SprachunterstützungJaNeinNein
Smartwatch-AnbindungJaNeinNein
Downloadgröße18 MB59 MB12 MB bei Websitenaufruf
SeezeichenanzeigeJaJaJa
WassertiefenJa (beta)Ja (beta)Nein
Wind-LayerJaJaJa
AIS (mit externer Hardware)JaJaNein
AIS via TCPJaJaNein
AIS via UDPJaNeinNein
Spez. Fahrgebiete für
Ruderboote auswählbar
JaJaJa
Hochsee-RoutingJaJaNein
Küsten & SeenJaJaJa
BinnengewässerJaJaJa
AnkeralarmJaJaNein
WerbungNur in der kostenlosen VersionNur in der kostenlosen VersionJa
PremiumversionJaJaNein
PayPal akzeptiertJaJaKostenlos
Google Pay akzeptiertJaNeinKostenlos
Apple Pay akzeptiertNeinJaKostenlos
Zahlung mit KreditkarteJaJaKostenlos
Mit NavShip-
Gutschein nutzbar
JaJaNicht nötig
Bootsauswahl8 Bootstypen8 Bootstypen1 Bootstyp
Anmeldung erforderlichNeinNeinNein
Accountverwaltung möglichNeinNeinJa
Teilen von TracksJaJaNein
Teilen von RoutenJaJaJa
Ausdrucken von RoutenNeinNeinJa

Auffällig ist, dass Android alle Features besitzt, die auch iOS besitzt. Der Grund darin liegt auch in der Apple-Konformität für eingereichte Apps. Nicht immer ist es möglich, alle Features für Android auch in iOS umzusetzen, der Ankeralarm benötigt zum Beispiel weitreichende Rechte und wurde bereits vom Apple-Support in einer jüngeren NavShip-Version (Mitte 2018) abgelehnt.

Dennoch bietet iOS durch die strikten Vorgaben des Apple Styleguides ein sehr übersichtliches Design und weniger Verstellmöglichkeiten. Die hochwertigen Komponenten der Apple-Geräte spiegeln sich auch in der Genauigkeit wieder: Der Kompass ist – ebenso wie das GPS – um einiges genauer. Es kommt weniger zum auffälligen Ruckeln bei der Verwendung.

Bei uns gehen weder Android noch iOS als Sieger vom Platz. Beide Plattformen haben ihre Vor- und Nachteile, die individuell vom Nutzer und dessen Empfinden abhängig sind. Wer nur mal eben die App testen will, kann sich mit der Webversion schon einen groben Überblick verschaffen. Die Route lässt sich sogar auf ein mobiles Gerät übertragen.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.