So eine Anrede in einer Email habe ich einmal von einem Kunden aus Norddeutschland erhalten. Und es bringt mich heute noch zum Schmunzeln. Mit diesem Beitrag möchte ich ein wenig über mich erzählen, wie es zu NavShip gekommen ist und was die nächsten Monate so ansteht.

Wer steckt dahinter?

Ja, dieser Herr NavShip, der bin ich. Eigentlich heiße ich Chris, aber NavShip lasse ich mir auch gefallen. Viele haben bereits persönlich mit mir Kontakt aufgenommen. Ich versuche, alle Anfragen so schnell und zufriedenstellend wie möglich zu beantworten.

NavShip wird bald vier Jahre alt und es hat sich einiges in dieser Zeit getan. Von einem kleinen Prototypen, intern an Interessierte aus dem Boote-Forum ausgeliefert, ist mittlerweile eine große Produktpalette geworden, die Android und iOS abdeckt und auch als Webseite verfügbar ist. Viele Features wurden von euch gefordert und von mir umgesetzt, einiges an Feedback ist in die App eingeflossen. Man kann also sagen, dass NavShip auch eine Art Community-Projekt ist, das auf den Wünschen vieler Skipper basiert. Das trägt mit Sicherheit auch zum Erfolg bei; täglich kommen mehrere hundert bis tausend Downloads hinzu.

Mittlerweile über 300.000 Downloads

Wie es oft in Firmen mit Wachstum ist, unterliegt die Unternehmer-Reise einem Wandel. NavShip ist mittlerweile über 300.000 mal herunter geladen worden und wird von mehreren zehntausend Usern jeden Tag verwendet. Da ist es nicht unüblich, dass auch mal 50-100 Emails am Tag hereinkommen. Viele sind einfache Anfragen zur Bedienung und lassen sich daher schnell beantworten. Dennoch gehen an manchen Tagen – vor allem am Wochenende – viele Stunden nur in den Mailsupport, was bedeutet, dass weniger an der App entwickelt werden kann.

Um die App noch schneller voran zu bringen, werden im Laufe des Jahres Entwickler und First-Level-Supporter eingestellt, die sich vor allem – aber nicht ausschließlich – um NavShip kümmern. Es warten noch einige weitere Projekte auf Erfüllung.

Ist denn aktuell ein guter Zeitpunkt?

Die Corona-Krise ist zwar noch nicht überwunden, aber ich möchte mich dennoch zu 100% auf NavShip konzentrieren und verschiedenen Menschen die Chance auf eine Beschäftigung im Unternehmen geben. Damit das auch wirklich klappt, habe ich vergangenen Monat mein Angestelltenverhältnis komplett beendet und kann mich nun voll und ganz meiner Selbstständigkeit widmen.

Ich hoffe ich auch weiterhin, dass alle zufrieden mit NavShip sind – oder noch zufriedener werden. Die bekannte Support-Maildresse support@navship.org steht allen offen. Ich bin selbst Skipper, habe mein eigenes Boot und nutze NavShip auf meinen Törns. Gerade dadurch habe ich den Ansporn, die App für möglichst alle perfekt zu machen. Das wird unmöglich gelingen, aber man kann feststellen, dass sie Woche für Woche ein Stückchen besser wird.

Am Main hat alles angefangen

Ganz anders als ich es mir vorgestellt habe: Hosen patschnass, das Boot noch nicht fertig ausgebaut, aber Hautpsache mal aufs Wasser und eine kleine Runde drehen. Die NavShip-App war zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht geplant.

Die Aufnahme ist direkt vor der Jungfernfahrt meines Selbstbaus in Hattersheim am Main entstanden. Der Motor hatte dann unter der Schiersteiner Brücke auch noch entschieden, nicht mehr weiter zu arbeiten und ich musste mich in den Hafen schleppen lassen. Natürlich war es nicht das Ende, sondern der Anfang vieler schöner Jahre auf dem Boot und hat auch meine Programmierzeit für NavShip maßgeblich beinflusst. Viele Programmzeilen sind auf dem Boot entstanden, insbesondere die AIS-Anbindung hätte ohne nicht gut funktioniert.

Wie kam es zu NavShip?

Nach einigen Fahrten mit dem eigenen Boot plante ich 2016 eine größere Reise auf dem Wasser. Geplant war ursprünglich eine Tour nach Rotterdam, die Abmessungen meines Bootes waren aber zu gewagt für den Rhein. Ich wollte dann lieber mainaufwärts Richtung Bamberg fahren. Die ganzen Schleusen hatten mich dann doch etwas abgeschreckt, damals habe ich sie noch per Hand auf einer Papierkarte gezählt und mich schlau gemacht, wie das mit dem Schleusen so abläuft.

Ich war neugierig, wie viele Kilometer es sein würden, wie viele Tage ich unterwegs bin, welche Häfen unterwegs liegen, und und und… dann habe ich zwei Apps aus dem Play Store geladen, um an diese Infos zu kommen. Die eine App startete auf meinem Gerät gar nicht erst, die andere App fand keine Route auf dem Main. Zudem war sie schwer bedienbar. Mit OpenCPN konnte ich anschließend meine Route sehen, aber die Bedienung war selbst für mich als studierter Informatiker zu kompliziert. Im Boote-Forum habe ich viele Menschen kennengelernt, die ähnliche Probleme hatten. Am 17.07.2016 legte ich den Grundstein für NavShip. Ausführliche Beiträge findet ihr unter NavShip, 2016 bis heute und unter dem offiziellen Post im Boote-Forum hier. Der Thread ist Stand heute (16.05.2020) über 358.000 mal aufgerufen worden und hat über 2.600 Antworten.

Ich werde auch in Zukunft es mir nicht nehmen lassen, noch einige Emails selbst zu beantworten. Denn es seid letztendlich ihr, die mir jeden Tag erneut die Unterstützung zukommen lassen, die so ein Produkt braucht.

Eine schöne Saison 2020 an alle Skipperinnen und Skipper und eure Angehörigen
Euer Herr NavShip


1 Kommentar

N

Nici · 16. Mai 2020 um 21:49

Mensch Chris, du bist großartig!
Selbst sind wir noch nicht dazu gekommen, die App zu gebrauchen, auf unseren Handy ist sie aber schon lange installiert.
Das daraus mal etwas so Erfolgreiches wird, haben wir am Anfang nicht gedacht. Toll!
Mach weiter so. Wir wünschen dir einen guten Start in deine Selbstständigkeit. Nici und Martin

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