Wie ankere ich eigentlich richtig? Diese Frage stellt sich jeder Bootsführer sicherlich nicht nur einmal im Leben. Nachdem wir beim letzten Mal erklärt haben, wie ihr möglichst stressfrei durch eine Schleuse kommt, schauen wir uns heute an, was es beim Ankern alles zu beachten gilt.

Die Nacht in einer traumhaften Bucht verbringen – für jeden Skipper sicherlich ein absolutes Muss auf der To-Do-Liste. Eine Nacht vor Anker, bringt aber auch für viele Stress und ein gewisses Gefühl des Unwohlseins mit sich. Mit der richtigen Ausstattung an Bord und ein bisschen Geschick, ist aber auch diese Herausforderung gut zu meistern.

Zusätzliche Sicherheit bringt euch auch die Ankerwache-Funktion in unserer NavShip App. Wie genau die funktioniert erfahrt ihr hier.

Mehr Sicherheit durch die Ankerwache-Funktion

Der perfekte Ankerplatz ist von einer Vielzahl an Faktoren abhängig. Hierunter zählen bspw. die Beschaffenheit des jeweiligen Untergrundes (Gras, Sand, tiefem Schlick, Ton oder Geröll).Weiterhin ausschlaggenbend ist, ob der Boden eben ist oder Vertiefungen und Furchen aufweist. Zusätzlich haben Wind und Strömung Einfluss auf das Boot. Je nach Beschaffenheit und Bauweise (Kiellänge, Höhe des Freibords, Verdrängung etc.) in unterschiedlich hoher Auswirkung. Trotz der Vielzahl an Einflussfaktoren gibt es grundsätzliche Regeln, die euch das Ankern auf jeden Fall erleichtern.

Das Manöver kann man prinzipiell in 5 Schritte unterteilen. Generell ist ein sandiger Untergrund besonders gut zum Ankern geeignet. Für viele stellt sich vorab auch die Frage: Leine oder Kette? Hier kann man sagen, dass eine lange und schwere Ankerkette gegenüber einer Leine mit Kettenvorlauf in jeder Hinsicht von Vorteil ist. Bedingt durch das höhere Eigengewicht bildet sie noch bei frischem Wind unter Wasser eine Bucht, die im Seegang das strapazierende Einrucken verhindert und die Zugrichtung auf den Ankerschaft weitgehend parallel zum Grund hält. Prinzipiell kann man sagen je schwerer die Kette, desto günstiger wirken sich diese Eigenschaften aus und umso später ruckt das Schiff ein.

Step by step:

  1. Sobald das Schiff keine Fahrt mehr durchs Wasser macht, gibt der Rudergänger das Kommando: „Fallen Anker“. Die Mannschaft am Spill löst die Bremse und lässt den Anker ausrauschen bis er den Grund erreicht hat. Anschließend wird das weitere Fieren durch ein vereinbartes Handzeichen gestoppt.
  2. Der Rudergänger legt den Hebel auf langsam zurück. Sobald das Boot wieder Fahrt macht, fiert die Crew am Spill gleichmäßig mit. Bitte beachten: nur soviel, wie sich das Schiff „holt“.
  3. Das Boot macht nun langsam Fahrt über den Achtersteven und währenddessen ruft der Rudergänger permanent die Länge aus. Beispielsweise „zehn Meter sind durch, fünfzehn Meter“. Bei Erreichen der geplanten Kettenlänge kuppelt der Rudergänger aus und gibt das Kommando „Fest!“

Tipp: Nicht zu viel Kette / Leine beim Fallen des Ankers ausrauschen lassen. Dies erhöht die Gefahr, dass diese sich um den Anker legt und das Eingraben verhindert.

  1. Die Bremse der Ankerwinsch wird angezogen und das Boot ruckt mit der Restfahrt in den Anker. Hat er gefasst, törnt der Vorsteven ein: Der mehr oder weniger quer zur Zugrichtung liegende Vorsteven pendelt in Richtung Anker.
  2. Der Rudergänger gibt jetzt kurz voll zurück, bis der Vorsteven in Richtung Anker geschwungen ist. Währenddessen legt die Crew auf dem Vorschiff die Hand auf die Kette bzw. Leine, sobald sie steif kommt.

Mit ein bisschen Routine und unter Berücksichtigung der genannten Punkte, ist das richtige Ankern kein Hexenwerk mehr und die schwitzigen Hände gehören der Vergangenheit an.


2 Kommentare

J

Jürgen Collee · 8. August 2021 um 13:35

Guten Tag, das vor Anker gehen ist schon am Anfang falsch beschrieben! Man muss Stückweise den Anker fallen lassen sonst hat man einen Haufen Kette auf dem Anker liegen und das kann dazu führen das sich das ganze verheddert.

    C

    Chris Hinkel · 8. August 2021 um 14:08

    Hallo Jürgen,

    das ist natürlich völlig korrekt. Daher haben wir auch zwischen Punkt 3 und 4 den Tipp gegeben, dass man nicht zu viel Kette ausrauschen lassen sollte, da sonst die Gefahr besteht dass diese sich um den Anker legt und ggf. das Eingraben erschwert wird.

    Liebe Grüße
    Team NavShip

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