Niedrigwasser führt zu Behinderungen

Veröffentlicht von Team NavShip am

Die anhaltende Trockenheit sorgt im Moment für eine extreme Ausnahmesituation auf den deutschen Wasserstraßen. Während Gewässer mit Staustufen teils noch aufatmen können, sind vor allem wichtige Lebensadern wie der Rhein stark wegen des Niedrigwassers eingeschränkt. Die extrem niedrigen Pegel machen der gesamten Binnenschifffahrt massiv zu schaffen. An kritischen Engpässen wie dem bekannten Pegel Kaub sinkt das Wasser immer weiter ab. Große Frachtschiffe können diese flachen Stellen schon lange nicht mehr beladen passieren. Kapitäne müssen genau kalkulieren, wie viel Gewicht sie noch an Bord nehmen dürfen. Sie wollen schließlich nicht gefährlich auf Grund laufen. Viele Frachter nutzen daher nur noch ein Viertel ihrer Kapazität. Das bedeutet, dass man für dieselbe Warenmenge plötzlich viel mehr Schiffe benötigt. Doch freier Schiffsraum auf den Flüssen ist ohnehin absolute Mangelware. Die Natur leidet parallel dazu extrem unter der langanhaltenden Hitzeperiode. Hohe Wassertemperaturen und ein Mangel an Sauerstoff bedrohen die Fische massiv. Ein schneller Ausweg ist leider überhaupt nicht in Sicht. Der ersehnte Regen in den Einzugsgebieten bleibt weiterhin komplett aus.

Was das Niedrigwasser für uns alle bedeutet

Die wirtschaftlichen Folgen dieser extremen Durststrecke sind für uns alle im Alltag spürbar. Die Binnenschifffahrt transportiert normalerweise gigantische Mengen an Rohstoffen durch das Land. Dazu gehören wichtige Güter wie Kohle, Chemieprodukte, Baustoffe und Getreide. Wenn diese Transportwege plötzlich wegbrechen, geraten wichtige Lieferketten der Industrie sofort ins Stocken. Viele Unternehmen müssen ihre Produktion drosseln, weil Rohstoffe nicht rechtzeitig ankommen. Ein einfaches Ausweichen auf Schiene oder Straße funktioniert leider nicht so leicht. Es fehlen schlichtweg tausende LKWs und freie Lokomotiven für diese Frachtmengen. Ein einziges großes Binnenschiff ersetzt immerhin weit über einhundert Lastkraftwagen auf der Straße. Durch den akuten Mangel an Kapazitäten schießen die Frachtpreise extrem in die Höhe. Diese massiv steigenden Logistikkosten geben die Unternehmen am Ende weiter. Die Verbraucher spüren das direkt an steigenden Preisen im Supermarkt. Tankstellen melden bereits erste Engpässe bei der Lieferung von Benzin und Diesel. Die Versorgung bricht zwar nicht zusammen, aber alles wird spürbar teurer für uns alle.

Angesichts dieser wiederkehrenden Krisen fordern Wirtschaft und Verbände nun starken Druck von der Politik. Es braucht dringend langfristige Lösungen für die Zukunft der deutschen Wasserstraßen. Diskutiert werden unter anderem eine schnellere Vertiefung der Fahrrinnen an kritischen Abschnitten. Auch der Bau von neuen, extrem flachgehenden Spezialschiffen wird inzwischen stark vorangetrieben. Doch all diese technischen Maßnahmen brauchen sehr viel Zeit für die Umsetzung. Sie lösen das akute Problem mit dem fehlenden Wasser natürlich nicht sofort. Der Klimawandel zeigt uns hier ganz deutlich seine spürbaren Auswirkungen. Die Zeiten von verlässlichen Wasserständen im Sommer sind wohl endgültig vorbei. Ein radikales Umdenken in der gesamten Logistikbranche ist absolut notwendig. Nur mit einer intelligenten Kombination aus verschiedenen Verkehrswegen sichern wir die Versorgung der Wirtschaft. Moderne Technik und bessere Planung müssen hier Hand in Hand gehen. Am Ende schützt nur ein nachhaltiger Umbau unsere Infrastruktur vor dem totalen Stillstand.

Wie sieht das bei NavShip aus

Stellen, an denen durch ELWIS Warnungen ausgegeben wurden, sind in NavShip durch die NfB-Marker gekennzeichnet. Hier wird dann entsprechend auch beim Berechnen einer Route durch dieses Areal auf das Niedrigwasser hingewiesen und eine Alternative vorgeschlagen. Da wir allerdings keine Tiefendaten per Schnittstelle über Behörden erhalten und somit auch nicht visualisieren können, ist es uns leider nicht möglich, anhand der Pegel eine bestimmte Mindesttiefe auf den berechneten Routen zu ermitteln; hier ist jede Skipperin und jeder Skipper selbst gefragt.

Kategorien: Neuigkeiten

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