NavShip Jubiläumsjahr – Eine kleine App-Zeitreise

Veröffentlicht von Team NavShip am

Im 17. Juli 2026 wird es soweit sein – NavShip wird 10 Jahre alt werden. In dieser Zeit haben sich sowohl App als auch Webseite immer wieder stark verändert. Teils gab es riesige Sprünge in nur wenigen Monaten Entwicklungszeit.

2016 – Eine unerwartete Reise

Aus der Not heraus geboren, eine verlässliche Routenplanung für die wichtigsten Schifffahrtsstraßen in Mitteldeutschland für einen anstehenden Törn (von Frankfurt/Main nach Lahnstein) zu erhalten, geht am 17. Juli 2016 die App NavShip im Google Play Store auf eine – bis dahin noch nicht abschätzbare – Reise. Schlichtes Design. Nur Rhein, Main und Lahn verfügbar. Nahezu keine Informationen über Pegel, Marinas und Anlegestellen. Lediglich Schleusen mit Ruf- und Funkkanalnummern sowie Durchfahrtshöhen waren mit an Bord.

Die Entwicklungszeit der App betrug zu diesem Zeitpunkt lediglich wenige Wochen. Um zu erläutern, wie es überhaupt zu der Idee kam, muss weiter ausgeholt werden. Es folgt ein kurzer Bericht aus meiner subjektiven Sicht:


Bereits im August 2015, mit der Fertigstellung meines Bootes Marke Eigenbau (hier geht es zum Beitrag) und einer Testfahrt auf dem Main gab es Bestrebungen, mithilfe einer App-Routenplanung den Main sowie Rhein zu Tal fahren. Mein damaliges Androidgerät war jedoch leistungsmäßig schwach. Die am Markt verfügbaren Apps hatten auf den ersten Blick nicht den für mich erwarteten Leistungsumfang oder mir erst gar keine Route ausgegeben. Ich habe damals einfach auf einem Kartenausdruck (DIN A4) die Strecke aufgemalt und die Telefonnummern der Schleusen aus dem ELWIS abgerufen und mit darauf geschrieben. Für Notfälle. Der Notfall ereignete sich dann auch tatsächlich. In der Dämmerung unter der Schiersteiner Brücke in Wiesbaden, quittierte der Motor (Baujahr 1970) auf einmal seinen Dienst. Nachdem wir von einem freundlichen Segler unter Motor bis in den Hafen und von der Wasserschutzpolizei zur Sliprampe gezogen wurden, war der Törn – zumindest für dieses Jahr – auch schon vorbei.

Zweiter Versuch

Im Folgejahr wollte ich dann – mit einem neuen, verlässlicheren Motor (Baujahr 1996) – sowie mehr Infos zur Route (Reisezeit, welche Strecke schaffe ich an welchem Tagesabschnitt, etc.) erneut auf Reisen gehen. Mit der NavShip-App Version 1.0 im Play Store und einer Diskussion im Boote-Forum war der Stein ins Rollen gebracht worden. Meinen Törn im August 2016 habe ich dann erst mal auf Eis gelegt, stattdessen habe ich mich um die Entwicklung der App gekümmert.

Durch die vielen Anfragen („kannst du bitte noch diesen oder jenen Fluss einbinden“) und das rege Interesse an weiteren Features war einige Monate wenig Platz für Urlaub. Die Törns waren eher auf eine Tagestour begrenzt, dabei wurde dann auch fast ausschließlich die App getestet.

Einen Schönheitspreis hat die App damals noch nicht erhalten. Das Design war sehr pragmatisch gehalten und im Vordergrund stand die Entwicklung neuer Features sowie die Erfassung von Daten.


2017 bis 2019 – Jahre des Aufstiegs

Viele Nutzerinnen und Nutzer hatte NavShip am Anfang nicht. An der Support-Mailadresse kamen vielleicht ein, zwei Emails am Tag an. Meist mit den Wünschen nach neuen Features. Diese wurden dann auch meist kurzfristig umgesetzt. Erst im Juni 2017, also fast ein Jahr nach Veröffentlichung der Androidversion, fand NavShip seinen Weg in den Apple App Store. Hintergrund war damals, dass das Apple-Equipment im Gegensatz zu Android recht kostspielig war.

Die Monetarisierung von NavShip durch den Verkauf der Premium-Mitgliedschaft startete für Android zuvor im April 2017. Es dauerte dann noch einige weitere Monate, bis die Kosten für den Mac – und dieser ist leider notwendig für die iOS-Entwicklung – eingespielt waren. Die Monetarisierung der iOS-Version startete dann im Januar 2018. Damals gab es noch Werbung in der NavShip-App, um den kostenlosen Teil zu finanzieren. Falls es dir noch nicht aufgefallen ist: In den Versionen seit Dezember 2025 verzichten wir komplett auf externe Werbung und zeigen nur noch unsere interne Werbung an.

Zurück nach 2017 – Die Weiterentwicklung der App

Die meisten Anfragen bezogen sich in der Anfangszeit auf die Binnenbereiche. Die Niederlande sowie Havel und Müritz führten lange Zeit die Spitze an. Das kroatische Fahrgebiet wurde oft angefragt, konnte sich in den Jahren bis 2020 jedoch aufgrund der fehlenden optimalen Routenführung per Luftlinie nicht durchsetzen. Die Route wurde überwiegend an der Küste entlang geführt.

Mit der Verbesserung der Algorithmen und der gestiegenen Leistungsfähigkeit der Geräte konnte erst in 2020 die Routenführung an der Küste Einzug in die App finden.

Weitere Features, die 2017 erstmals hinzu kamen waren Ankeralarm, Pegelstände, Wind- und Wetterdaten, Liege- und Ankerplätze, Sliprampen und Tankstellen.

In 2018 dann die AIS-Unterstützung. Erste Berichte über NavShip tauchten in Printmedien oder online (z.B. im Float-Magazin) auf, 2019 folgte die Sprachausgabe und ein Großteil Datenüberarbeitung.


2020 – Und dann kam Corona…

Bis Januar 2020 arbeitete ich noch als angestellter Softwareentwickler in einem kleinen Entwicklungsstudio in der Nähe von Darmstadt. Dort hatte ich im Anschluss an meinen Master im Dezember 2017 direkt eine Stelle gefunden. Für den nächsten Karrieresprung bin ich zum Februar 2020 in ein anderes Unternehmen gewechselt. Durch den Lockdown im März und da ich als neuster Mitarbeiter zuerst von Kurzarbeit betroffen gewesen wäre, dies aber nicht zu meinem Lebenskonzept passte, habe ich stattdessen direkt die Kündigung eingereicht. Die Umsätze von NavShip waren zumindest im vergangenen Jahr ausreichend, dass ich mich ein weiteres Jahr über Wasser hätte halten können. Daher habe ich kurzfristig einen Notar mit der Gründung der CproSoft GmbH beauftragt. Durch den Lockdown war es gar nicht so einfach, überhaupt einen zu finden, der eine Gründung durchführte. Im Mai 2020 war es dann soweit, es hieß dann:

Alles oder nichts – In dem Fall: Alles auf die App!


Hatten wir im August 2019 noch ca. 500-700 Installationen pro Tag (im Dezember 2019 sogar nur 100-200 Installationen), stiegen diese bereits im April 2020 auf 1.500 sowie im Juni auf fast 2.800 Installationen an. Mit einer schlagartigen Steigerung von 300% hatten wir damals nicht gerechnet. Kurzerhand musste ein neuer Server aufgesetzt werden. Ich stellte direkt zwei Mitarbeiter ein, die sich zusammen mit mir um Kundensupport und Entwicklung kümmern konnten. Mitarbeiterführung und doppelte Buchhaltung waren damals noch Neuland für mich, ebenso eine echte Firma mit Verantwortung zu leiten.

2021 bis 2025 – Auf zu neuen Ufern

Allmählich wurde NavShip bekannter und bekannter. Eine feste Größe wenn es um Routenplanung auf dem Wasser geht. Das Risiko, 100% in die Selbstständigkeit zu investieren, hatte sich direkt im ersten Jahr ausgezahlt. Bei Vergleichstest (z.B. im Boote-Magazin) war NavShip ganz vorne mit dabei. Unser Segel-Feature von 2023, welches Winddaten besser visualisiert und segelbare Bereiche anzeigt, eröffnet die App nun auch für einen weiteren Nutzerkreis. Am 13. April 2024 wurde die magische Grenze von einer Million User überschritten. Mittlerweile (Stand 22. März 2026) stehen wir bei ca. 1.3 Million User.

In der Zwischenzeit konnten eine weitere Mitarbeiterin für den Support und die Datenerfassung sowie ein Mitarbeiter für Marketing eingestellt wurden.

Nach Jahren des Fokuses auf Funktionalität war nun endlich genug Luft da, die App auch in Punkto Bedienbarkeit und Design auf den neusten Stand zu bringen.

Zugegebenermaßen ist Design nicht meine Lieblingsdisziplin. Ich kümmere mich doch lieber um Algorithmen und die tiefe Code-Basis. Aber das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen.

Zudem haben wir in diesen Jahren weitere Apps auf den Markt gebracht. Unter anderem die Boatrouting-App, die als Zusatz zur Web-Version dient sowie das Wasserwege-Informationssystem. Die Apps sind ebenfalls in den Stores zu finden.


Immer größerer Beliebtheit erfreut sich die Web-Version boatrouting.com, die bis fünf Berechnungen täglich kostenfrei zur Verfügung steht (für Premium-Mitglieder unbegrenzt). Auch konnten wir weitere Datenquellen einbinden.

2026 – Wo die Reise hingehen wird

KI ist in aller Munde. Wir bringen dies bewusst als Thema hier an, da seitens der Geschäftstätigkeit immer wieder Möglichkeiten zur Zusammenarbeit auf KI-Basis angeboten werden. Wir sträuben uns jedoch nach wie vor dagegen, KI außerhalb der Bildgeneration und Textunterstützung zu nutzen (dieser Beitrag enthält übrigens weder KI-Bilder noch KI-Texte). Bei NavShip arbeiten Menschen – und das soll auch so bleiben. Für Mitte 2026 ist geplant, eine weitere Person für den Kundensupport und die Datenerfassung einzustellen.

App-Vergleich

Quelle: chartoo.de vom 26. Januar 2026

Als Global Player behaupten wir uns regelmäßig gegen die Konkurrenz und sind auf dem Treppchen oben mit dabei. Unsere Kundinnen und Kunden loben vor allem den guten Support und die Einfachheit der Bedienung sowie Geschwindigkeit der Routenberechnungen. Das werden wir auch weiterhin beibehalten.


Mit freenauticalchart.net binden wir nun auch Tiefendaten an der deutschen und niederländischen Küste ein. Das Projekt wird von uns als stark unterstützenswert angesehen. Unser neustes Feature ist seit März 2026 die neue Routenverwaltung, um die Frage nach dem „wohin die Reise hingeht“ also kurz zu beantworten: Ganz klar in Richtung Vernetzung und Community. Mit dem Teilen, Liken und Kommentieren der Routen untereinander ist der erste Schritt Richtung Social Boating getan. Wir werden den weiteren Verlauf genaustens analysieren und weitere Features in diese Richtung bringen. Eure Daten sind bei uns übrigens sicher! Eine Route wird nicht veröffentlicht, wenn ihr dies nicht ausdrücklich selbst so freigebt – für jede Route separat.

Wir freuen uns auf weitere zehn tolle Jahre mit euch und an dieser Stelle herzlichen Dank an die gesamte Community.

Chris und das NavShip-Team

Kategorien: AllgemeinNews

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